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Unentdeckter Krebs: Ärzte dachten, sie hätte Schmerzen aus Trauer: 15-Jährige stirbt wie Vater an Hirntumor
Recovering Little Child Lying in the Hospital Bed Sleeping, Mother Holds Her Hand Comforting. Focus on the Hands. Emotional Family Moment.
Getty Images/iStockphoto/ gorodenkoff Alana Finlayson starb drei Monate vor ihrem 16. Geburtstag

Zwei Jahre, nachdem ihr Vater aufgrund eines seltenen Hirntumors gestorben war, verlor auch die 15-jährige Alana Finlayson den Kampf gegen den Krebs. Die Ärzte hatten ihre Beschwerden zunächst nicht ernst genommen. Sie dachten, die Trauer um ihren Vater löse sie aus.

Nur drei Wochen nach dem Tod ihres Vaters spürte Alana Finlayson zum ersten Mal Schmerzen an Kopf, Genick und Beinen. Über zwei Jahre hinweg litt die 15-Jährige unter den Beschwerden - wurde von den behandelnden Ärzten jedoch nicht ernst genommen. Sie sei nicht krank, die Schmerzen rührten von der Trauer um ihren Vater her, erklärten die Mediziner immer wieder.

Drei Monate vor ihrem 16. Geburtstag starb Alana. Sie hatte Krebs - genau wie ihr Vater. Wie er litt Alana unter einem Glioblastom, einem seltenen, sehr aggressiven Hirntumor.

Mutter Linda Finlayson entschloss sich nun, die tragische Geschichte ihrer Familie zu teilen. Sie kritisiert die Behandlung, die ihrer Tochter im Glasgower Hospital for Children widerfahren war. Gegenüber "Daily Record" erklärte die trauernde Mutter: "Wir wurden immer wieder entlassen. Einige der Ärzte waren so arrogant. Wenn sie nur zugehört hätten, was wir gesagt haben, hätte ich Alana vielleicht noch immer bei mir. Stattdessen haben sie mein kleines Mädchen unter qualvollen Schmerzen und ohne Behandlung zurückgelassen."

 

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Mediziner fanden die Ursache ihrer Schmerzen erst spät

Nach dem Tod ihres Vaters verschlechterte sich der Gesundheitszustand der Schülerin rapide. Nicht nur die Schmerzen machten ihr zu schaffen. Sie verlor außerdem ihr Augenlicht und binnen Monaten stark an Gewicht.

Als sie im Februar 2018 gegenüber einem Arzt ihre Beinschmerzen beklagte, soll dieser sie gefragt haben, ob ihre Jeans zu eng war. Ein anderer Mediziner habe ihr erklärt, ihre Schmerzen seien zwar real, es gebe jedoch keinen Grund dafür.

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Untersuchungen ihres Gehirns gaben zunächst keinen Hinweis auf die Ursache der Druckschmerzen, die Alana empfand. Erst nach zwei Jahren, 2019, entdeckten die Mediziner dann das Glioblastom bei der 15-Jährigen. Nur wenige Monate danach starb sie.

Nachdem Linda Finlayson die Geschichte öffentlich machte, äußerte sich ein Sprecher des Krankenhauses. Er sprach der Familie im Namen der Ärzte sein Mitgefühl aus. "Das war eine tragische und höchst ungewöhnliche Situation", erklärte er. "Obwohl sie von einem Team von Experten untersucht wurden, konnten die Spezialisten das Glioblastom von Alana aufgrund der Seltenheit der Erkrankung erst 2019 diagnostizieren." Er wünsche sich, dass sich die Familie erneut mit dem Krankenhaus in Verbindung setze, um etwaige Fragen zu dem Fall zu beantworten.

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Leser-Kommentare (4)
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12.02.20, 13:24 | Hans Müller

Hier

sind schon wieder Besserwisser unterwegs ... Glioblastome sind erst wirklich erkennbar wenn es quasi zu spät ist und es gibt keine Anzeichen auf Erblichkeit oder Zusammenhänge mit familiären Erkrankungen. Es gibt Erbkrankheiten die Blastome begünstigen, die lagen hier aber nicht vor.

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11.02.20, 23:28 | Walter Neumeier

Ueberall

nur noch " Experten", die meisten hier bei Focus. Wird Zeit, das aus Experten wieder Fachmaenner und frauen werden. Dann koennen sich ihre Patienten ( oder Opfer ) besser auf sie verlassen

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11.02.20, 16:37 | herbert jochen

Unverständlich

Ich betreue ehrenamtlich Schwerkranke und sterbende Menschen in einem ambulanten Hospizdienst. Bei Krebspatienten wird immer die Frage gestellt: „Gab es schon Krebserkrankungen in der Familie?“ Dadurch hätte man hier sicher früher auf diesen Verdacht kommen können !

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11.02.20, 16:02 | Manfred Diehl  | 1 Antwort

Da sieht man mal wieder,

Ärzte sind auch nur Menschen, und keine Götter in weiß. Also immer schön den Kopf einschalten, und wenn es sein muss! Nerven.

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  • 12.02.20, 09:32 | Manuel Kordes

    Seltsamer Beitrag.

    Dann schalten Sie mal den Kopf ein Herr Diehl wenn der Arzt sagt, dass es an der Traue um den Vater liegt. Keiner fragte anscheinend, ob es ähnliche Fälle in der Familie gab. Nein, es ist die Arroganz von Ärzten wenn sie nicht weiterwissen und keinesfalls wollen, dass man sie für unfähig hält. Dann sind es die Jeans oder Ärzte hören gar nicht richtig zu wenn wie hier die Mutter sich äusserte.

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