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Sparkassen, Volksbanken, Privatbanken: Die komplette Liste der Geldvernichter: Bei diesen Banken zahlen Sie Negativzinsen
Geldscheine
dpa/Christin Klose Eine Frau zählt Geldscheine (Symbolbild)

Die Negativzinsen für Einlagen bei der EZB stellen viele Banken in Deutschland vor Probleme. Vor allem kleinere Sparkassen und Raiffeisenbanken haben mit den niedrigen Zinsen zu kämpfen. Aber auch Privatinstitute verlangen inzwischen Negativzinsen oder Verwahrentgelte bei Girokonto und Tagesgeld - teils schon ab dem ersten Cent.

FOCUS Online nennt die Banken, bei denen Sie draufzahlen – direkt in Form von Negativzinsen, bei denen die Höhe der Strafzahlungen vom Guthaben abhängt, oder indirekt in Form eines unveränderlichen Verwahrentgeltes. Dabei handelt es sich meist um Abgaben, die beim Tagesgeld fällig werden. Manche Institute haben jedoch auch beim Girokonto bereits Negativzinsen eingeführt.

Grundlage für die Zusammenstellung sind online verfügbare Daten, die das Vergleichsportal Verivox zusammengestellt hat, ergänzt um Auskünfte der Banken gegenüber FOCUS Online sowie Angaben von Verbraucherschützern, anderer Medien und Vergleichsportale wie Biallo.de. Anhand der folgenden, ständig aktualisierten Liste bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Bei diesen Banken zahlen Sie Negativzinsen auf private Guthaben:

  • Berliner Volksbank: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Berliner Sparkasse: -0,5 Prozent, Freibetrag 500.000 Euro
  • Brandenburger Bank: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Bremische Volksbank: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Comdirect: -0,5 Prozent, Freibetrag 250.000 Euro
  • Commerzbank: bei „sehr großen Einlagevolumen“ wird ein negativer Zinssatz individuell festgelegt
  • DAB BNP Paribas: -0,5 Prozent, Freibetrag wird individuell festgelegt
  • Donner und Reuschel: -0,5 Prozent „für Einlagen auf Euro-Zahlungsverkehrskonten“, Freibetrag 500.000 Euro
  • Deutsche Bank: sehr vermögende Kunden müssen gegebenenfalls Negativzinsen zahlen, Konditionen werden individuell festgelegt
  • Deutsche Skatbank: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • EthikBank: -0,4 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Flatex Bank: -0,5 Prozent, kein Freibetrag
  • GLS Bank: -0,5 Prozent, Freibetrag 1.000.000 Euro (ab 1. April Freibetrag 250.000 Euro)
  • Hamburger Sparkasse (Haspa): -0,4 Prozent, Freibetrag 500.000 Euro
  • Heidenheimer Volksbank: -0,5 Prozent, keine Angabe zu einem möglichen Freibetrag
  • Kreissparkasse Euskirchen: -0,5 Prozent, Freibetrag 50.000 Euro
  • Kreissparkasse Heilbronn: -0,5 Prozent, Freibetrag 500.000 Euro
  • Münchner Bank: -0,5 Prozent, keine Angabe zu einem möglichen Freibetrag
  • Nassauische Sparkasse (Naspa): -0,4 Prozent, Freibetrag 500.000 Euro
  • Oldenburgische Landesbank: -0,4 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro (Tagesgeld), 500.00 Euro (Girokonto)
  • Raiffeisenbank Gilching: -0,5 Prozent, Freibetrag 50.000 Euro
  • Raiffeisenbank Gmund: -0,4 Prozent, 100.000 Euro Freibetrag
  • Raiffeisenbank Oldenburg: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Raiffeisenbank im Naabtal, jetzt fusioniert mit der VR Bank Mittlere Oberpfalz: -0,6 Prozent, Freibetrag 250.000 Euro (gilt für Girokonto und Tagesgeld-Verträge, die ab 1. Juni 2017 eröffnet wurden)
  • Raiffeisenbank Südstormarn Mölln: ab 750.000 Euro Guthaben wird ein negativer Zinssatz individuell festgelegt
  • Sparda-Bank Berlin: -0,4 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Sparkasse Bamberg: -0,4 Prozent, Freibetrag 1.000.000 Euro
  • Sparkasse Coburg-Lichtenfels: -0,5 Prozent bei Guthaben im hohen Millionenbereich
  • Sparkasse Freising: -0,5 Prozent, keine Angabe zu einem möglichen Freibetrag
  • Sparkasse Hannover: -0,5 Prozent, Freibetrag 1.000.000 Euro
  • Sparkasse Harburg-Buxtehude: -0,5 Prozent, Freibetrag 500.000 Euro
  • Sparkasse Mittelholstein: -0,5 Prozent, Freibetrag 250.000 Euro
  • Sparkasse Neuss: Details nicht bekannt
  • Sparkasse Neu-Ulm-Illertissen: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Sparkasse Rotenburg-Osterholz: -0,5 Prozent, Freibetrag 1.000.000 Euro
  • Sparkasse Werra-Meißner: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • V-Bank München: -0,5 Prozent, Freibetrag 500.000 Euro
  • Volksbank Baden-Baden-Rastatt: -0,2 Prozent, Freibetrag 500.000 Euro; ab 1.000.000 Euro -0,4 Prozent
  • Volksbank Delbrück-Hövelhof: -0,5 Prozent, Freibetrag 250.000 Euro
  • Volksbank Dresden-Bautzen: -0,5 Prozent, Freibetrag 1.000.000 Euro
  • Volksbank eg (Warendorf): -0,5 Prozent, keine Angabe zu einem möglichen Freibetrag
  • Volksbank Eisenberg: -0,4 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Volksbank Essen-Cappeln: -0,5 Prozent, Freibetrag 50.000 Euro
  • Volksbank Ettlingen: -0,5 Prozent, Freibetrag 250.000 Euro
  • Volksbank Freiburg: -0,4 Prozent, Freibetrag 750.000 Euro
  • Volksbank Gescher: -0,5 Prozent, keine Angabe zu einem möglichen Freibetrag
  • Volksbank in der Ortenau: -0,13 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Volksbank Kraichgau: -0,5 Prozent, Freibetrag wird individuell festgelegt
  • Volksbank Main-Tauber: -0,5 Prozent, Freibetrag 500.000 Euro
  • Volksbank Magdeburg: -0,5 Prozent, Freibetrag 75.000 Euro (Tagesgeld), 25.000 Euro (Girokonto)
  • Volksbank Mittlerer Schwarzwald: -0,5 Prozent, Freibetrag 250.000 Euro
  • Volksbank Mosbach: -0,5 Prozent, Freibetrag 250.000 Euro
  • Volksbank Rathenow: -0,5 Prozent, Freibetrag 25.000 Euro
  • Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Volksbank Rottweil: -0,35 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Volksbank Stendal: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Volksbank Ulm-Biberach: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • Volks- und Raiffeisenbank Fürstenwalde Seelow Wriezen: -0,5 Prozent, keine Angabe zu einem möglichen Freibetrag
  • VR-Bank Altenburger Land: -0,5 Prozent, Freibetrag 25.000 Euro (betrifft alle Konten, die ab dem 1. Februar 2020 eröffnet wurden)
  • VR-Bank Alzenau: -0,4 Prozent, keine Angabe zu einem möglichen Freibetrag
  • VR Bank Bayreuth-Hof: -0,6 Prozent, Freibetrag 300.000 Euro
  • VR-Bank Fürstenfeldbruck: -0,5 Prozent, kein Freibetrag
  • VR-Bank Kreis Steinfurt: -0,5 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • VR-Bank Landsberg-Ammersee: -0,4 Prozent, Freibetrag 300.000 Euro
  • VR-Bank Mittelsachsen: -0,4 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • VR-Bank Ostalb: -0,5 Prozent, Freibetrag 1.000.000 Euro
  • VR-Bank Schweinfurt: -0,001 Prozent, Freibetrag 100.000 Euro
  • VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg: -0,4 Prozent, Freibetrag wird individuell festgelegt
  • VR-Bank Westküste: -0,5 Prozent, kein Freibetrag
  • VR-Bank Westmünsterland: -0,5 Prozent, kein Freibetrag
  • Westerwald Bank: -0,5 Prozent, 250.000 Euro Freibetrag (betrifft Girokonten)

Melden Sie Negativzinsen

Eine Bank verlangt Negativzinsen oder ein Verwahrentgelt von Privatkunden - und sie fehlt hier? Schreiben Sie uns! Unter [email protected] nehmen wir Hinweise gerne entgegen und haken nach. Werden tatsächlich Minuszinsen fällig, ergänzen wir dies umgehend. Die Redaktion behandelt selbstverständlich alle Zuschriften vertraulich.

Achtung: Manche Banken lehnen Neukunden mit hohen Einlagen von vornherein ab. Zumindest ist hier eine Rücksprache mit der Bank nötig. Dabei kann ein individueller Negativzins festgelegt werden.

Die gute Nachricht: Kleinanleger und Nutzer von Girokonten ohne großes Guthaben sind normalerweise nicht von Negativzinsen betroffen. Einzig die VR Bank Fürstenfeldbruck, die VR-Bank Westmünsterland, die VR-Bank Westküste sowie die Flatex Bank bestrafen ihre Kunden bereits ab dem ersten Cent. Vergleichsweise niedrig liegt die Schwelle zudem bei der Volksbank Rathenow und der VR-Bank Altenburger Land(Freibetrag jeweils 25.000 Euro) sowie der Kreissparkasse Euskirchen, der Raiffeisenbank Gilching und der Volksbank Essen-Cappeln (Freibetrag jeweils 50.000 Euro).

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Hier lauern versteckte Negativzinsen – ab dem ersten Cent

Für Kunden ohne nennenswerte Vermögen sind aber ohnehin diejenigen Banken viel kostspieliger, die zwar offiziell keine Negativzinsen verlangen, dafür aber beim normalerweise kostenfreien Tagesgeldkonto eine monatliche Gebühr in Rechnung stellen. So entsteht ein faktischer Negativzins, der jeden Kunden trifft – unabhängig davon, wie hoch das eigene Guthaben oder der monatliche Gehaltseingang ist. Teilweise werden die Gebühren sogar zusätzlich zu den offiziellen Negativzinsen berechnet. Experten bezweifeln, dass diese doppelte Bestrafung rechtens ist. Mehr dazu weiter unten.

 
 
 

Die folgenden Banken verlangen eine Gebühr für Tagesgeldkonten:

  • EthikBank: 3,50 Euro pro Monat
  • GLS Bank: pauschal 5 Euro pro Monat für alle Konten und Sparprodukte (Minderjährige zahlen keine Gebühren, Kunden im Alter von 18 bis einschließlich 27 Jahren zahlen 1 Euro pro Monat)
  • Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt: 4,50 Euro pro Monat (ab 1. März 2020)
  • Kreissparkasse Stendal: Verwahrentgelt ab dem ersten Euro, Details nicht bekannt
  • Raiffeisenbank Unteres Vilstal: 5 Euro pro Monat
  • Sparkasse Freyung-Grafenau: 1 Euro pro Monat bei Guthaben unter 2000 Euro
  • Volksbank Eisenberg: 3,50 Euro pro Monat
  • Volksbank Raiffeisenbank Niederschlesien: abhängig von der Höhe des Guthabens werden 5 bis höchstens 50 Euro pro Monat berechnet

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Hier werden Negativzinsen womöglich verheimlicht

Schließlich gibt es eine Gruppe von Banken, die zwischenzeitlich Negativzinsen in ihrem Preisaushang veröffentlicht hatten. Diese Hinweise sind aktuell nicht mehr zu sehen. Dass die Negativzinsen damit auch vom Tisch sind, ist aber unwahrscheinlich. Denn die Europäische Zentralbank hält unbeirrt an ihrer Zinspolitik fest, mit der die Banken die Erhebung von Negativzinsen gegenüber den Kunden begründen. Folgende Banken haben in der Vergangenheit Negativzinsen ausgewiesen, mindestens online ist davon nun nichts mehr zu sehen:

  • Raiffeisenbank im Oberland
  • Volksbank Kaiserslautern
  • Volksbank Reutlingen

Sonderfälle

Drei Volksbanken wiesen zumindest kurzzeitig Negativzinsen aus. Die Volksbank Ermstal-Alb sah laut einem Preisaushang von 2017 Negativzinsen ab einer Anlagesumme von 500.000 Euro vor. Am selben Tag wurde ein neuer Preisaushang hochgeladen, in dem der Negativzins nicht mehr erscheint. Dies kann darauf hindeuten, dass Negativzinsen als individuelle Vereinbarung getroffen wurden oder getroffen werden sollten. Gegenüber FOCUS Online erklärte ein Sprecher, die Volksbank Ermstal habe „niemals Negativzinsen von Privatkunden erhoben“.

Auch die Volksbank Kaiserslautern wies ab 1. Januar 2020 etwa eine Woche lang -0,5 Prozent bei Girokonten aus (ohne Angabe zum Tagesgeld oder möglichen Freibeträgen). Nach einem Bericht von FOCUS Online erklärte die Bank auf Nachfrage, dies sei auf einen „technischen Fehler“ zurückzuführen, es seien „definitiv“ keine Negativzinsen für Privatkunden berechnet worden, der betreffende Aushang wurde getauscht.

Die VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau hatte 2019 ebenfalls kurzzeitig Negativzinsen auf ihrer Homepage ausgewiesen (-0,31 Prozent ab 500.000 Euro Guthaben). Auch hier spricht die Bank von einem „Fehler in der Produktadministration“. Man habe „in der Vergangenheit noch nie Negativzinsen beziehungsweise Verwahrentgelte verlangt“ und werde diese auch künftig nicht tun.

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Die Sparkasse im Vogtland hatte verfügt, dass ab Februar neue Privatkunden für Beträge über 5000 Euro auf dem Girokonto ein sogenanntes Verwahrentgelt in Höhe von 0,7 Prozent zahlen sollen. Kurz nach Bekanntgabe nahm die Sparkasse die Neuregelung ohne Begründung wieder zurück. Zuvor hatte es Kritik an dem Strafzins gegeben.

Nicht berücksichtigt wurde schließlich die Merkur-Bank, weil sie zwei Produkte kombiniert: Ein kostenloses Wertpapier-Depot und ein Tagesgeldkonto, für das eine jährliche Kontoführungsgebühr von 149 Euro fällig wird. Allein auf das Tagesgeld bezogen, müsste ein Kunde beim aktuellen Zinssatz (0,65 Prozent) etwa 22.900 Euro anlegen, um eine Rendite zu erzielen.

Möglicherweise noch mehr Banken mit Negativzinsen

Weitere, insbesondere regionale Banken machen ihre Konditionen nicht zugänglich. Es ist deshalb davon auszugehen, dass weitere Banken Negativzinsen verlangen. Die Experten von Verivox weisen explizit darauf hin, dass einige Banken womöglich durch einen Trick verhindern, dass sie in dieser Liste erscheinen. Wenn sie das Tagesgeld nämlich nicht mehr zum Online-Abschluss anbieten, müssen sie über mögliche Negativzinsen nicht im Preisverzeichnis informieren.

Wirklich notwendig sind Negativzinsen aus Sicht von Experten aber nicht. Das zeigt die große Mehrheit der Anbieter, die nicht darauf zurückgreifen. Zudem gelten sie für gewöhnlich nur für Neukunden. Die Institute wollen dadurch verhindern, dass Menschen mit größeren Vermögen, die Schwierigkeiten mit ihrer eigenen Bank bekommen, in Scharen zu ihnen wechseln.

Wer kann sich wehren - und wie?

Für Neukunden gilt: Sie können Negativzinsen nur vermeiden, indem Sie entsprechende Angebote der Banken ablehnen und stattdessen bei einer anderen Bank ihr Glück suchen.

Melden Sie Negativzinsen

Eine Bank verlangt Negativzinsen oder ein Verwahrentgelt von Privatkunden - und sie fehlt hier? Schreiben Sie uns! Unter [email protected] nehmen wir Hinweise gerne entgegen und haken nach. Werden tatsächlich Minuszinsen fällig, ergänzen wir dies umgehend. Die Redaktion behandelt selbstverständlich alle Zuschriften vertraulich.

Anders sieht die Sache für Bestandskunden aus. Die Finanzexperten der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg betonen, dass individuelle Vereinbarungen Voraussetzung dafür sind, dass Institute solche Verwahrentgelte einführen können. Ein Preisaushang reiche dafür nicht aus.

 
 
 

Außerdem gebe es zumindest Anhaltspunkte dafür, dass manche Preisklauseln einer gerichtlichen Überprüfung nicht standhalten könnten. So erklärte etwa das Landgericht Tübingen die Praxis mancher Institute für unzulässig, neben einer Kontoführungsgebühr auf Grundlage eines Preisaushangs auch Negativzinsen zu erheben (Az.: 4 O 225/17). Schließlich werde eine Leistung auf diese Weise doppelt bepreist.

Außerdem darf eine Bank Kunden bei schon bestehenden Verträgen nicht nachträglich Negativzinsen aufbürden. Entsprechende Klauseln verstießen gegen wesentliche Grundgedanken der gesetzlichen Regeln, urteilte das Landgericht (LG) Tübingen bereits im Januar 2018 (Az.: 4 O 187/17).

Konkret ging es in dem damaligen Fall um die Volksbank Reutlingen, die ihre Kunden im Sommer 2017 per Preisaushang informiert hatte, dass bei bestimmten Anlageformen je nach Höhe und Laufzeit negative Zinsen - sprich: Kosten - fällig werden können. Wirklich verlangt hat die Bank Negativzinsen nach eigenen Angaben nie - und strich die umstrittene Klausel auch nach kurzer Zeit wieder.

Negativzinsen: Rendite statt Strafgebühr – das ist immer noch möglich

In jedem Fall sollten Betroffene einen Wechsel der Bank prüfen. Denn nach wie vor gibt es Banken, die auch in der anhaltenden Niedrigzinsphase mit deutlich besseren Angeboten locken. Die besten Zinsen sichern Sie sich, wenn Sie dabei auch in anderen Ländern Ausschau halten. Mehr dazu lesen Sie hier: Rendite statt Parkgebühr: Hier bekommen Sparer die besten Zinsen

Kreditnehmer wiederum profitieren sogar von den niedrigen Zinsen. Die staatliche Förderbank KfW etwa wil bei ihren Kreditangeboten Negativzinsen einführen und Förderkredite zu Negativzinsen ausgeben - zunächst an Banken und Unternehmen, später auch an Privatkunden.

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Leser-Kommentare (24)
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08.02.20, 23:42 | Zimmermann Ronald

Wenn ich die Hälfte meines Einkommens gespart ...

... habe, dann habe ich nach 30 Jahren z.B. unternehmerischer Tätigkeit ca. 15 Jahreseinkünfte auf dem Konto. Also z.B. bei 40.000 Jahreseinkünften 600.000 Euro. Wenn ich jetzt aktienscheu bin und mein Geld für den bevorstehenden Ruhestand einsetzen möchte, dann gehen mir bei 2 Prozent Inflation und 0,5 Prozent Negativzins jedes Jahr real 15.000 Euro verloren. Obwohl ich dann immer noch die Hälfte spare, kann ich mein Vermögen kaum noch mehren. Will ich meinen Lebensstandard im Alter beibehalten, bin ich trotz lebenslangem diszipliniertem Sparen nach ca. 20 Jahren am Ende (wegen der Inflation). Wie bezahle ich für den Fall, dass ich 100 werde, Krankenversicherung, Lebensmittel und Wohnen??? Fazit: Trotz enormer Sparbemühungen irgendwann Sozialfall. Danke noch mal für den Euro, liebe Politi

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08.02.20, 11:59 | Kurt Pfister  | 1 Antwort

Sündenbock

Der Artikel vermittelt einen falschen Eindruck, denn nicht die Banken sind Geldvernichter, sondern die EZB und die politische EU, die dem Treiben der EZB tatenlos zusieht. Verständlich, denn nur mit Negativzinsen lassen sich die Schulden der europäischen Staaten weiter finanzieren. Die Zeche zahlen am Ende die (heute)ahnungslosen Bürger.

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  • 08.02.20, 16:50 | heinrich wittrock

    Sündenbock

    WIR Bürger zahlen zahlen und zahlen bis zum Sanktnimmerleinstag doch schon immer. Immer mehr und egal wo diese Raffkes sitzen, egal was sie machen, welche Position, Titel und Aufgaben diese haben.An der Quelle saß und sitzt der "Knabe" ! Aus. Gerade lese ich, dass nun auch bei Internetbanken das große Abzocken beginnt, werden Kontoführung, gewisse Guthaben ect.pp. dem "bestraft" !

08.02.20, 11:36 | Schulmeister Herbert

Es gibt keine Liste!

Die EZB vernichtet die Währung, das Vermögen, die Märkte und unsere liberale Gesellschaftsordnung, PUNKT! Alles Andere, sind nur die Kolleteralschäden der grotesken "Geldpolitik" der Notenbanken! Wie kommen überhaupt diese merkwürdigen Notenbanker dazu, "Politik" mit unserer Währung und damit mit unseren Löhnen, Einkommen und Vermögen zu machen? Politiker müssen in demokratischen Rechtsstaaten vom "Volk" gewählt und nicht bestellt werden, ansonsten steht diesen ökonomischen Analphabeten, auch keine Entscheidungsgewalt über die Bürger und ihren Besitz zu!

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08.02.20, 11:02 | Gerd Hagen

und der Chefgeldvernichter

von Altersvermögen,Bargeldbevorratung und Lebensversicherungskiller hat den höchsten deutschen Orden bekommen.

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08.02.20, 10:09 | Jochen Hoeflein  | 1 Antwort

Ergebnis

Am Ende sich selbst einen Tresor kaufen und alle Barmittel, die angegebenen Grenzwerte überschreiten, zu Hause aufbewahren und so das Geld dem Bankenkreislauf entziehen. Der Inflationsverlust, da muss man wohl langfristig mit leben zu Gunsten der Länder und Personen, die über über ihre Verhältnisse wie z. Bsp Godd Cr Card History- die Schulden über mehrere Accounts verteilen und monatlich nur den Minumumbetrag abtragen um nicht die Kreditwürdigkeit zu verlieren. Selbst das "Fresschen" wird in USA auf Kredit finanziert.

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  • 08.02.20, 17:29 | Gerd Hagen

    habe ich auch mal gedacht

    es gibt aber Ansätze Bargeld schlechter zu stellen als "Bankgeld".Stammt bestimmt nicht von mir.Schauen sie auch auf die gesenketen Meldebeträge bei Edelmetallen.Deutschland neigt halt zum Sozialismis.

08.02.20, 08:52 | Dieter Ober

Flatex Schmuddelkind

Besten Dank für die großartige Gesamtaufstellung! Sie ist sehr hilfreich für mich. Vor einigen Wochen hatte Flatex angekündigt, daß sie Negativzinsen von 0,5 % vom ersten Cent an ab März erheben werde. Bei Widerspruch wurde dem Kunden nahe gelegt, die Geschäftsverbindung mit Flatex zu beenden. Jetzt sehe ich Dank ihrer Liste, das Flatex mit dieser Vorgehensweise das Schmuddelkind unter Deutschlands Finanzinstituten ist. Nochmals großes Lob, ich weiß, was jetzt für mich zu tun ist.

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08.02.20, 08:26 | Klaus Meine

in 1 bis 2 Jahren redet keiner mehr über

Negativzinsen. Die sind dann normal. Die allgemeine Grenze wird binnen eines Jahres auf unter 50.000€ Einlage sinken. UNd in 2 Jahren sind wir bei 20.000 - 30.000€. Viel weiter können die Banken ohne Abschaffung oder wenigsten ein Verkehrsverbot des Bargeldes ab einer gewissen Summe nicht mehr gehen. Das ist dann der Zeitpunkt an dem auch der letzte Hansel in Aktien und ETFs gehen MUSS weil ihm nichts anderes merh bleibt. Dann wird es noch 1-2 weitere Jahre dauern bis dder nächste Lehmann kommt und die gnze Wertpapierkohle verbrennt. Wohl dem der die Möglichkeit hatte irgendwie in Sachwerte zu investieren.

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08.02.20, 07:53 | Jörg Schönow

Die komplette Liste der Geldvernichter:

das sind die Politiker, die DUH, die EZB und am Schlimmsten die Politiker in Brüssel, und nicht zu vergessen die Behörden z.B. Straßenbau und ARD-ZDF, ÖR...und die AOK...

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21.01.20, 16:10 | rudolf peters  | 2 Antworten

Es gibt nur eine geldvernichtende Bank ..

... und die heisst EZB. Mit Negativzinsen hat die EZB faktisch eine Steuer auf z.B. Euro basierende Vorsorgen eingeführt. Wenn man dann noch liest, daß die EZB Gewinne macht und dass die Gewinne an die Finanzminister verteilt werden, haben wir (ergänzt durch Anleiheaufkäufe) nichts anderes als eine Staatenfinanzierung durch juristische Tricks. Staatenfinanzierung ist eigentlich nicht im Sinne der Gründungsmitglieder der EZB. Leider gibt es fast keine Partei, die hier Widerspruch anmeldet.

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  • 08.02.20, 11:02 | Marco Leitner

    Jetzt

    rate ich mal welche wenige "Partei" Widerspruch anmeldet.......ist es wohl die allwissende allproblemlösende afd??? Das ist ja eine Super"partei" haha

Alle Antworten (1)

15.01.20, 23:36 | Christoph Peters

Merkwürdig.

Banken, die sich verzocken, sind plötzlich systemrelevant. Eine Autoindustrie, die die Zeichen der Zeit verschlafen hat, ruft nach staatlicher Hilfe (es geht um viele Arbeitsplätze). Das sind kapitalistische Unternehmen, die Gewinne maximieren und Abgaben minimieren wollen. Zinsen sind ein Bestandteil des Kapitalismus - für mich soll das jetzt nicht gelten? Da hat mal jemand gesagt: " Kapitalismus ohne Zinsen ist wie Oktoberfest ohne Bier". Ohne Bier wird es eher einen Aufstand geben, als ohne Zinsen.

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