1. Nachrichten
  2. Reisen
  3. Kreuzfahrten
  4. Kreuzfahrt: Urlauber profitieren von fallenden Preisen - wann sie buchen sollten

Aida und Co. senken Preise: Kreuzfahrt-Urlauber profitieren von fallenden Preisen - wann sie buchen sollten
Ein Kreuzfahrtschiff liegt im Hamburger Hafen
dpa/Christian Charisius/dpabild Ein Kreuzfahrtschiff der Reederei MSC liegt im Hamburger Hafen.
Kreuzfahrten boomen nach wie vor. Viele neue Kreuzfahrtschiffe sind Riesen, die gefüllt werden wollen. Doch wenn Kabinen leer bleiben, drehen die Reedereien an den Preisen - zur Freude der Kreuzfahrt-Urlauber. Wie und wo sie sparen können.

Die „Aida Nova“: 2500 Kabinen. Die „Mein Schiff 2“: knapp 3000 Betten. Innerhalb weniger Wochen gingen die beiden Schiffe im vergangenen Jahr an den Start. Weitere Ozeanriesen folgten.

Die Reedereien wollten ihre Kreuzfahrtschiffe natürlich nicht halbleer auf die Weltmeere schicken. Sie haben dafür kräftig an der Preisschraube gedreht und Nachlässe gewährt.

Eine Woche Mittelmeer inklusive Flug für 399 Euro, eine Woche Emirate für 599 Euro: Solche Preise waren 2019 keine Seltenheit. Gute Nachrichten für die Passagiere. Geht es 2020 so weiter?

Kreuzfahrten: Riesenschiffe wollen gefüllt werden

„2019 war ein Sonderjahr“, sagt Detlev Schäferjohann, Geschäftsführer des Buchungsportals E-hoi. Aida Cruises und Tui Cruises, die zusammen rund 75 Prozent des deutschen Marktes abdecken, hätten ihre Kapazitäten massiv erhöht. Dadurch wiederum dürften die Passagierzahlen deutlich zweistellig gewachsen sein.

„Die natürliche Nachfrage konnte aber nicht ganz mit der Kapazitätssteigerung mithalten. Deshalb haben die Volumenanbieter Preisanreize gesetzt“, erläutert Schäferjohann. Bei E-hoi spricht er von im Durchschnitt rund fünf Prozent niedrigeren Preisen 2019.

"Ohne jeden Zweifel sind die Preise unter Druck geraten"

„Ohne jeden Zweifel sind die Preise unter Druck geraten, vor allem durch den Bau immer größerer Schiffe“, bestätigt Wolfgang Fäth vom Buchungsportal Kreuzfahrten.de. Allerdings sieht er sinkende Preise nicht auf breiter Front. Ja, es gebe Sonderangebote. Aber oftmals ließen sich Kunden davon anlocken, buchten aber doch für einen höheren Preis, etwa eine Balkon- statt der beworbenen Innenkabine.

e-hoi Kreuzfahrten-Vergleich (Anzeige)

Die Reedereien nennen nur teilweise konkrete Zahlen: Die Tui AG hat für ihre Tochter Tui Cruises einen durchschnittlichen Tagespreis von 174 Euro veröffentlicht - ein Minus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Auslastung blieb unverändert bei 101 Prozent, obwohl die Zahl der Schiffe erhöht wurde. Aida Cruises nannte keine Zahlen. Costa, MSC und Co. konnten sich laut Schäferjohann dem niedrigeren Preisniveau nicht entziehen.

Die Preise für Urlauber ziehen nicht wieder an

Abgekoppelt von der allgemeinen Preisentwicklung scheint das Luxus- und Expeditionssegment zu sein. Hapag-Lloyd Cruises, der Marktführer in diesem Bereich in Deutschland, hat seine durchschnittlichen Preise laut Tui-Geschäftsbericht sogar von 615 auf 641 Euro gesteigert. „Wir reden zu viel über die großen Schiffe“, sagt Wolfgang Fäth. Bis 2027 würden rund 100 neue Schiffe in Dienst gestellt, davon viele Luxus- und Expeditionsschiffe. „Hier gibt es überhaupt keinen Preiskampf.“

Laut Schäferjohann hat sich die Entwicklung sinkender Preise im Massenmarkt auch im Januar fortgesetzt. Insgesamt erwartet er für 2020 stabile, vielleicht leicht steigende Preise. Die großen deutschen Reedereien stellen keine neuen Schiffe in Dienst.

Mehr zum Thema:

Zu welchem Zeitpunkt Kreuzfahrt-Passagiere besonders sparen können

Grundsätzlich ist es für die Reedereien immer am schwierigsten, ihre Schiffe im Oktober, November und Dezember zu füllen. „In den Randsaisons sind die Preise besonders stark gefallen“, sagt Schäferjohann. Aber selbst im Nordland oder in der Ostsee, wo die Preise in der Regel am höchsten sind, habe es Rückgänge gegeben.

Wer sich mit Blick auf das laufende Jahr für eine Kreuzfahrt interessiert, kann also derzeit mit attraktiven Preisen rechnen, ob im Nordland und in der Ostsee oder auch im Mittelmeer.

Aida Kreuzfahrten - offizielle Seite (Anzeige)

Es gibt aber noch einen Effekt: Sinken die Reisepreise, versuchen die Reedereien das über höhere Einnahmen an Bord auszugleichen. Dieser „Onboard Revenue“ - also etwa Ausflüge, Getränke und Spa-Behandlungen - ist teilweise deutlich angestiegen. Der Urlauber gibt das Geld, das er bei der Buchung gespart hat, also offenbar an Bord aus.

Rekordverdächtiger Sturm: Jetstream katapultiert Orkan Victoria Richtung Europa

The Weather Channel Rekordverdächtiger Sturm: Jetstream katapultiert Orkan Victoria Richtung Europa
 

Kreuzfahrt-Ranking 2020: Das sind die besten Reedereien

FOCUS Online/Wochit Kreuzfahrt-Ranking 2020: Das sind die besten Reedereien

lob/dpa
Zum Thema

Top-Sicherheitseinstellungen

WhatsApp veröffentlicht Sicherheitstipps: Das sind 5 wichtigste Regeln

Warnung vor Kunststoffteilen

Gesundheitsgefahr! Lidl ruft geriebenen Käse zurück

Virus-Ausbruch im News-Ticker

Infizierte verlässt Kreuzfahrtschiff - Experte fürchtet "Wendepunkt" - Italien soll Deutsche ausfliegen

Vielen Dank! Ihr Kommentar wurde abgeschickt.

Hier können Sie selbst Artikel verfassen: Bericht schreiben

Im Interesse unserer User behalten wir uns vor, jeden Beitrag vor der Veröffentlichung zu prüfen. Als registrierter Nutzer werden Sie automatisch per E-Mail benachrichtigt, wenn Ihr Kommentar freigeschaltet wurde.

Artikel kommentieren Netiquette | AGB
Bitte loggen Sie sich vor dem Kommentieren ein Login
Überschrift Kommentar-Text
Leser-Kommentare (3)
Bei den folgenden Kommentaren handelt es sich um die Meinung einzelner FOCUS-Online-Nutzer. Sie spiegeln nicht die Meinung der Redaktion wider.

13.02.20, 16:35 | Alessandro La Micela

Corona macht es möglich!

Die Zeit Kreuzfahrten zu bewerben könnte nicht schlechter sein, vielleicht als Rentner kann man sich momentan günstig einbuchen, als Arbeiter würde ich das Risiko nicht eingehen, 2 Wochen und mehr qarantäne machen den Jahresurlaub kaputt ;-))

Antwort schreiben

13.02.20, 16:13 | Krisztian Turow

Schnell eine Steuer

Hilfe, die Preise fallen. Geht gar nicht. Wir müssen gleich etwas dagegen unternehmen, am besten eine neue Steuer erfinden und draufschlagen! - Wenn das nicht die Realität wäre, würde ich darüber lachen :(

Antwort schreiben

13.02.20, 16:07 | Katharina Buas  | 5 Antworten

Nie sollte man diese

Dreckschleudern und diesen Massentourismus buchen. Und die Preise sind viel zu billig. Früher konnten sich nur wenige diese Luftverpestung leisten und demnach gab es kaum Kreuzfahrtschiffe. Inzwishcne ist das Billig-Massentourismus mit den fatalen Folgen für die Umwelt und die Menschen und Tiere.

Antwort schreiben
  • 15.02.20, 21:29 | utz mildner

    Dreckschleuder

    Hallo Katharina, Du erzählst leider Wahrheiten verbunden mit blödsinn. Denk mal an die Frachtschiffe die alle mit schweröl fahren. Fallstudien Du nur immer Obst und Gemüse aus der Region kaufst ; super. Dann passt es. Aber die Kreuzfahrt ist nicht immer Massentourismus. Es ist angenehm aller zwei Tage mit dem Hotel wo anders zu sein. Nur wer es gemacht hat kann drüber reden ❗️❗️

Alle Antworten (4)
Sie waren einige Zeit inaktiv
Ihr zuletzt gelesener Artikel wurde hier für Sie gemerkt.
Zurück zum Artikel Zur Startseite
Fotocredits:

dpa/Silas Stein/dpabild, Wochit, Zoomin_tv, imago images / Sportfoto Rudel, Silas Stein/dpa, Getty Images/mariakraynova, dpa/Frank Molter, dpa/Viking Cruises/dpa-tmn, NCL ©Danny Lehman, dpa/Oliver Stratmann/dpa, Ehepaar Wirths, imago/Panthermedia/Himmelreich Fotografie, SACHSEN FERNSEHEN, dpa/Kay Nietfeld/dpa, dpa/Arne Immanuel Baensch/dpa-tmn, Euronews italiano / twitter, Travelisto, dpa/Tobias Hase/dpa, imago/CHROMORANGE, Rolf Vennenbernd/dpa, Delicateur/Lidl Deutschland, TWC, FOL (2), dpa/Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild, Ben Birchall/PA Wire/dpa, Kay Nietfeld/dpa, CHIP / MyOffrz, TWC/GettyImages, dpa/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpabild, Bayerischer Rundfunk/Screenshot, NCL (3), copyright 2020 KameraOne. All rights reserved. (2), Getty Images/TennesseePhotographer, dpa/Jens Kalaene, Samsung, dpa/Christian Charisius/dpabild, dpa/Li Lay/XinHua/dpa, dpa/Martin Gertenbild
Alle Inhalte, insbesondere die Texte und Bilder von Agenturen, sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur im Rahmen der gewöhnlichen Nutzung des Angebots vervielfältigt, verbreitet oder sonst genutzt werden.
© FOCUS Online 1996-2020